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R(h)um – Die Geschichte des Zuckerrohr-Schnaps

Beschreibung R(h)um – Die Geschichte des Zuckerrohr-Schnaps

Der Grundstoff Zuckerrohr

R(h)um – Die Geschichte des Zuckerrohr-Schnaps begann mit einer Pflanze, einer Grasart, den Botanikern unter uns bekannt als Saccharum Officinarum, aus der Familie der Süßgräser. Den meisten unter uns ist diese Gattung geläufiger als Zuckerrohr.

Das Gras wurde, rückblickend aus unserer Zeit und nach dem letzten Stand der Forschung, vor ungefähr 10.000 Jahren im asiatischen Raum in Neuguinea kultiviert. Dabei war es beileibe noch nicht das hochgewachsene und stämige Gras, welches wir aus Bildern oder eigener Erfahrung kennen.

Weitere 2.000 Jahre später wuchen die Gräser schon auf den Philippinen, in Indonesien und auch im heutigen Indien. Es sollten weitere 5.500 Jahre vergehen bis schriftliche Aufzeichnungen um 350 vor Chr. belegen, aus dem Zuckerrohr wurde Zucker gewonnen und mit Zucker vergorene Getränke gereicht.

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wanderte das Gras über das Zweistromland mit Euphrat und Trigris immer weiter nach Westen. Die Araber expandierten kriegerisch von 635 n. Chr. bis 800 n. Chr. über Konstantinopel in den nordafrikanischen Bereich bis in das heutige Südspanien.

Dabei hatten sie auch die auch den Zuckerrohr mit im Gepäck und kultiviertes es in ihrem neu eroberten Gebiet als Nahrungsgrundlage. Spanien sollte durch diese geschichtliche Folge fortan der Zuckerproduzent für den restlichen europäischen Kontinent werden.

Die weitere Ausbreitung

Weiter geht es mit R(h)um – Die Geschichte des Zuckerrohr-Schnaps, die weitere Ausbreitung der Zuckerrohrpflanze wurde ebenfalls von Menschenhand gelenkt. Isabella I. von Kastilien, Königin, von Kastilien, León und zeitweise auch von Aragón, hatte dabei ihre Finger mit im Spiel.

Die Seefahrernationen Spanien und Portugal breiteten sich im 15. Jahrhundert nach und nach im Atlantik über die nahe gelegeneren Inseln der Kanaren und und Madeira aus.

Isabella I. von Kastilien und Christoph Kolumbus verdanken wir die Entdeckung Amerikas im Jahre 1492 unter spanisch-kastilischer Flagge. Auf seiner zweiten Reise im Jahre 1493 wurde Kolumbus vom Königshaus beauftragt Zuckerrohrsetzliche mit in die neuen Kolonien zu nehmen. Da man aus spanischer Sicht schon lange Erfahrung mit dem Umgang der Frucht hatte, sollte die lange Überfahrt mit den Zuckerrohsetzlingen auch kein ernsthaftes Problem dargestellt haben. Der Reiseweg der Mannschaft ging zuerst mit einer kürzeren Etappe auf die Kanarischen Inseln und dann weiter über den Nordatlantik nach Hispaniola (Santa Domingo).

Lange vor dem Goldrausch in Nordamerika und in Alaska gab es den Zuckerrausch im 16. Jahrhundert, und zwar in der Karibik. Auf Hispaniola wurde die Pfanze kultiviert und es gab die erste Zuckerernte im Jahre 1501 sowie auf Kuba und Jamaika um das Jahr 1520. Die Portugiesen waren bei der Umsetzung deutlich erfolgreicher und effizienter im Zuckergeschäft als ihre spanischen Nachbarn. Sie brachten den Zucker weiter nach Brasilien und hatten um 1540 schon fast annähernd 3.000 Zuckermühlen für die Ernten in Betrieb.

„Der Genius des Rum war schon immer die Fähigkeit, Etwas aus dem Nichts zu erschaffen.“

Das folgende Jahrhundert sollte von vielen kriegerischen Auseinandersetzungen und Schlachten in der Karibik geprägt sein. Der Zucker, damals noch als Würzmittel oder Medizin eingesetzt, war in der Europa gefragter den je und die europäischen Seemächte mit Spanien, Portugal, England und weiteren kämpften erbittert um die Vormachtstellung in den neuen Kolonien. Die Engländer waren geradezu besessen und brachten die Inseln Jamaika und Barbados in ihr Einzugsbereich und entzogen den Portugiesen nach und nach den euröpäischen Wirtschaftsraum mit günstigem Zucker aus der Karibik. Zucker wurde salonfähig und die Konsumenten erkannten die Vielseitigkeit des Produkt als Süßstoff und Konservierungsmittel und als Grundnahrungsmittel.

Zuckerrohr wohin man schaut

Zur Kultivierung der Plantagen wurden anfänglich europäischen Arbeiter und Knechte sowie lokale indianische Sklaven eingesetzt. Doch eingeschleppte Krankheiten der Europäer mit den Pocken reduzierte bald die Zahl der lokalen Indianer. Auch die Europäer waren anfällig für Malaria und Gelbfieber und wurden somit stark dezimiert, ein Nachschub an Kräften aus den Mutterländern war jedoch nicht zu gewährleisten. Die Zeit der afrikanischen Sklaven brach an, die man über den Atlantik in die Karibik holte. Sei wurden fortan die dominierenden Plantagenarbeiter für die körperlich schwere Arbeit, weil sie auch widerstandsfähiger gegen die Krankheiten waren und durch den Körperbau höherer Strapazen aushielten. Und; die zwangsbehaftete Zufuhr von Sklaven von den afrikanischen Küsten war reichlich.

„Die größte Zuckerquelle der Welt war geboren.“

Die Wirtschaft ganzer Inseln wie Guadaloupe und Barbados basierten vollständig auf die Zuckerproduktion. Ab dem Jahre 1750 wurde die französische Kolonie Saint-Domingue (ein Teil des heutigen Haiti) zum größten Zuckerproduzenten der Welt. Auch das unter englischer Flagge agierende Jamaika wurde einer der größten Zuckerproduzenten während des 18. Jahrhunderts.

Ja, ab wann kam nun der Rum ins Spiel ?

Der Zucker warf riesige Gewinne für ihre Besitzer und sicherte die Stellung der Euröischen Kolonialisten. Und die Zuckerproduktion warf noch etwas weiteres ab, dieMelasse, ein Nebenprodukt der eigentlichen Zuckergewinnung.

„R(h)um – Die Geschichte des Zuckerrohr-Schnaps“

Nun sind wir wieder in den Plantagen des Zuckerrohr und ihren afrikanischen Sklaven und Arbeitern. Die Arbeit war mehr wie hart, die Bedingungen grausam und Zukunft war auch nicht in Reichweite. Die Sklaven entdeckten während ihrer Arbeit, die übrige Melasse aus dem Prozess, gärt unter bestimmten Umständen und wird somit unter einfachsten und natürlichen Bedingungen Alkohol, den man danach auf einfache Weise zu einer hochprozentigen Flüssigkeit destillieren konnte. Mal abgesehen davon daß es frisch erzeugter Alkohol war und es zu einem ordentlichen Rausch verhalf um das nicht freiwillig gewählte Leben zu ertragen, war das Ergebnis eigentich nicht zu genießen. Trotzdem verhalf des den Sklaven für kurze Zeit ihrem Schicksal im Suff zu entrinnen. Dieses alkohoische Getränk hieß Tafia und ist eine Art Vorläufer und günstig erzeugter Vorläufer des Rum aus Zuckerrohrsaft oder Melasse. Tafia wurde ungereift getrunken und kann geschmacklich dem Fusel zu geordnet werden. Dieses Getränkt ist ein karibisches Kind des 17. Jahrhundert und wurde auch Guildive oder Kill Devil genannt.

Erste Nennungen von Rum

Die ersten Aufzeichnungen zum Thema Rum stammen aus Barbados vom Jahre 1650. Darin wird das alkoholische Getränk Kill Devil oder Rumbullion bezeichnet.

Rumbullion stammt aus dem englischen Wortschaft als Slang und bedeutet etwas wie Tumult oder Aufruhr. Rumbullion scheint die naheliegenste These zu sein wie sich schließlich die Metamorphose des Wortes um heutigen Rum ableitete. In jedem Fall ist wieder erweisen, ab dem Jahre 1667 wurde das alkoholische Getränke einfach nur Rum genannt. Und dieses Getränk konnte sich beileibe noch nicht geschmacklich messen mit den heutigen Produkten.

Somit entstand für die Europäer nach der eigentlichen Zuckerproduktion nun die zweite äußert lukrative Quelle an Einnahmen mit der Produktion und dem Verkauf von Rum.

Weiterlesen im Teil 2 – Die tägliche Rumration – Auf Hoher See mit der Royal Navy