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Französischer Rhum-Stil

Einleitung Französischer Rhum-Stil

Schon bei der Schreibweise des Französischen Rhum-Stil gibt es einen gravierenden Unterschied zu den anderen Zuckerrohr-Destillaten Namens Rum und Ron. Die Franzosen, in den Französischen Übersee-Départements und Frankreich nahe stehenden Ländern werden die Produkte als Rhum mit “h” geschrieben. Rhum nach Französischem Rhum-Stil das ist auch der Rhum Agricole, der aus frisch gepresstem Zuckerrohrsaft fermentiert und anschließend destilliert wird. Dagegen wird der Großteil der weltweit erzeugten Rums nach Kubanischem Rum-Stil und Britischem Rum-Stil aus der Melasse produziert einem Abfallstoff oder Rückstand der reinen Zuckerproduktion. Die weltweite Produktionsmenge des Rhum Agricole wird mit ca. 10% an der gesamten Produktionsmenge benannt.

Frankreichs Rum Geschichte

Die Zuckerrübe ist mit verantwortlich für den heutigen französischen Rhum-Stil. Mitte des 18. Jahrhundert entstand die Züchtung auf Basis der Runkelrübe, bei der größten Wert auf einen hohen Zuckergehalt gelegt wurde. Damit wurde es möglich den ursprünglichen Gehalt an Zucker in der Frucht von ca. 8% auf das Doppelte mit 16% zu steigern.

Andreas Sigismund Marggraf

Hinter der ersten Analyse und Feststellung des Zucker in der Runkelrübe stand der schlesische Chemiker Andreas Sigismund Marggraf, der 1747 erstmals den Gehalt in der Rübe nachweisen konnte.

Franz Carl Achard

Franz Carl Achard schuf 1801 aus dieser schlesischen Weißen Rübe die Grundlage für die heutige industrielle Zuckerproduktion auf europäischem Boden. Bis dahin waren die Europäer meist durch den in der Karibik produzierten Zucker abhängig. Mit dieser Evolution der Zuckerrübe entstand auch in Folge die erste Rübenzuckerfabrik der Welt im schlesischen Cunern.

Napoleon (Frankreichs Kaiser)

Der schnelle Aufstieg der Rübe als Lieferant für den Zucker begann mit Napoleons Kriegen und seiner kriegerischen Kontinentalsperre von 1807 bis 1813 gegen die anderen europäischen Staaten. Diese Maßnahme verteuerte den Import von Zucker aus den karibischen Kolonien sehr stark und damit in der Heimat unattraktiv. Die Konsumenten in Europa waren an das Weiße Gold schon lange gewohnt und wollten darauf natürlich nicht mehr verzichten. Zwischenzeitlich wurde der Rübenzucker preislich sehr attraktiv bis die Blockaden durch Napoleon wieder aufgehoben wurde. Der Rohrzucker aus den Kolonien gewann wieder an Fahrt und wieder preislich attraktiv genug. Nicht so in Frankreich in der sich die Kontinentalsperre deutlich über die Jahre nachwirkte. Die Franzosen konsumierten weiterhin stark den auf dem Kontinent produzierten Zucker aus der Zuckerrübe.

Die Folge; in den französischen Kolonien wurde deutlich weniger Zuckerrohr angebaut und damit Zucker produziert. Somit stand für die nachgelagerte Destillation deutlich weniger Melasse zur Verfügung. Es musste eine Lösung her! Der Ausweg war die direkte Verwendung von frisch gepresstem Zuckerrohrsaft aus den Stängeln des Zuckerrohr. Zusammen mit der Verwendung von Säulenbrennblasen ergab dies einen völlig veränderten Rum im Geschmack. Der Rhum Agricole war geboren, der ab Mitte des 19. Jahrhundert auf Martinique beginnend einen richtigen Boom erlebte und auslöste.

Der Aufstieg des Rhum Agricole

Wie schon zuvor kurz angedeutet; Rhum Agricole oder auch Agricole Rhum genannt erlebte seinen Aufstieg im 19. Jahrhundert durch die Veränderungen und kriegerischen Handlungen in Europa. Die europäische Rübe wurde die Zuckerquelle schlechthin. Und dann kam noch ein ganz unerwarteter Event mit auf, der sämtliche Rebstöcke zuerst in Frankreich und dann in ganz Europa vernichtete. Die Zwergläuse (Phylloxeridae) sind auch heute noch ein bedeutender Schädling im Weinbau. Importierte Weinstöcke aus den Vereinigten Staaten trugen diesen Schädling in sich und vernichteten ab den 1860er Jahre alles was es an Früchten an den Reben auf dem Kontinent gab. Es konnte somit keinen Weinbrand, Brandy oder Cognac mehr destilliert werden. Dies und weitere technische Errungenschaften halfen sowohl dem Rum wie auch dem Whisky aus Irland und Schottland zu erheblichem Zuwachs ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert.

Französischer Rhum-Stil

Der französische Rhum-Stil lebt wie der Wein vom Terroir. Rhum von Martinique, Guadeloupe und La Réunion sind hier die Länder, die man als Leuchtturmländer für Rhum Agricole bezeichnen könnte. Denn ausschließlich diese Inseln dürfen als Übersee-Départements Frankreichs mit offizieller Zulassung diese Gattung Rhum herstellen. Hierzu zählen auch die strikten AOC-Vorschriften über das Terroir, Qualitäten, Mengenbegrenzungen und Destillationsverfahren.

Dennoch gibt es im karibischen Großraum Destillerien und Länder die den Stil in ähnlicher Weise imitieren und neu interpretieren, jedoch nicht als Rhum Agricole benennen dürfen. Genannt werden sollten dabei die Produktionsverfahren mit dem Virgin Sugar Cane Honey der DUSA in Guatemala.

Zusammenfassung Französischer Rhum-Stil

Der französische Rhum-Stil ist genau der Umkehrschluss zum Melasse Rum. Basis für die Gattung Rhum ist immer frisch gepresster Zuckerrohrsaft. Dieser muss schnell verarbeitet werden um nicht an Qualität zu verlieren. Die geschmacklichen Merkmale sind Fruchtigkeit, Eleganz und Blumigkeit.

Und da gibt es den AOC Rhum Martinique von der Karibikinsel der Kleinen Antillen. Martinique ist ein vollintegrierter Teil innerhalb der Europäischen Union sowie Teil des französischen Staates. Und dort wird Qualität nach Vorgaben mit dem AOC Siegel zelebriert.

Die Hauptmerkmale der Rhums mit Französischem Rum-Stil sind

im Geschmack und der Art sind folgende Merkmale dieser Rhum Gattung zuzuordnen

Fruchtig

Intensiv

Elegant

Komplex

Blumig

Rum Länder mit Französischem Rhum-Stil

Karibik

Haiti

Guadeloupe

Marie-Galante

Martinique

Indischer Ozean

La Réunion

Mauritius

Südamerika

Französisch Guyana